Closed Access im Alltag

Durch den Artikel im Fischblog bin ich mal wieder auf nach wie vor schwelende Thema “open access” gekommen und wollte dazu mal eine kleine Beobachtung aus dem grauen Forscheralltag darstellen. 

Für unser engeres Betätigungsfeld gibts im Wesentlichen vier wichtige Fachzeitschriften (Journals): 

  • International Journal of Mass Spectrometry 
  • Journal of Mass Spectrometry
  • Journal of the American Society of Mass Spectrometry (JASMS)
  • Rapid Communications in Mass Spectrometry

Momentan habe ich nur auf zwei davon Zugriff über die Bibliothek der Universität und das sind in diesem konkreten Fall nicht mal die interessantesten Zeitschriften. Normalerweise würde mir also zunächst ein großer Teil der Fachveröffentlichungen nicht für meine Arbeit zur Verfügung stehen. Wenn dann doch mal ein Artikel wirklich wichtig wäre, müsste ich diesen aufwendig einzeln kaufen und wahrscheinlich müsste ich die Kosten dafür erst einmal selbst vorstrecken um dann die üblichen, verschlungenen Geldwiederbeschaffungs-Wege der Uni abzulaufen. Ein echtes Forschungshindernis also. 

Die Situation ist sogar noch etwas drastischer: Genau wie bei SV-POV (Link ebenfalls über Fischblog gefunden) beschrieben würde ich auf meine eigenen wissenschaftlichen Aufsätze, die in einem der nicht zugänglichen Journale veröffentlicht wurden in Prinzip nicht zugreifen oder weitergeben, wenn man von der Gnade der begrenzten Anzahl von Freiexemplaren (Reprints) absieht. 

Eigentlich wäre ich also von einem großen Teil der wissenschaftlichen Veröffentlichungen durch die Preispolitik der wissenschaftlichen Verlage und die Geldnot des deutschen Bildungssystems abgeschnitten, wenn wir nicht eine Person in der Arbeitsgruppe hätten, die Zugangsberechtigung zur Bibliothek einer großen amerikanischen Universität hat.

Der Zugang unserer Arbeitsgruppe zu aktuellen wissenschaftlichen Veröffentlichungen hängt also an einer einzelnen Person, die Zugriff auf eine amerikanische Uni-Bibliothek hat, keine besonders befriedigende Situation. Das ist meine Alltagserfahrung ohne Open Access. 

Wir brauchen Open Access!