Die Aussichten in der Wissenschaft Fuß zu fassen

Es gibt Artikel, von denen wird man hart und unvorbereitet mit einer Erkenntnis erwischt, die man eigentlich lieber nicht hätte wissen wollen. Vor einigen Tagen passierte mir genau das in der Bahn mit einem Artikel von “Astrodicticum Simplex” Florian Freistätter bei den Science Blogs: Kein Platz für junge Wissenschaftler.

Im Wesentlichen lässt er sich auf einige Kernpunkte reduzieren: In der Wissenschaft beruflich Fuß zu fassen ist extrem schwer, selbst wenn man gute Abschlüsse und eine gute Dissertation abgeliefert hat. Wenn man Stellen bekommt, sind diese befristet und weit weg. Man wird schlecht bezahlt und hangelt sich von einer befristeten Stelle zur Nächsten und ist von einer unsicheren Dittmittelvergabe existenziell abhängig. Diese Situation schlägt auf die Psyche und zerstört die Motivation der angehenden Wissenschaftler, von Familiengründung und der damit verbundenen psychischen und physischen Belastung gar nicht zu sprechen. 

Wenn einem dann schlagartig klar wird was man bislang erfolgreich verdrängte, nämlich das dies die eigene Zukunft ist, kann einem das schon ein wenig aus der Bahn werfen. Wenn man sieht, dass auch sehr gute Jungwissenschaftler hierzulande kein Fuß fassen können, geht zwangsläufig die geistige Suche nach einer Exit-Strategie aus diesem System los. Zukunftsangst, selbst wenn man momentan in der priveligierten Situation ist, feste Zusagen zu haben und aktuell unter keinem aktuen Zeitdruck zu stehen, beginnt einen einzuengen und umklammert den Geist der eigentlich gerade Besseres zu tun hätte.

Sicherlich, es gibt Bestrebungen und Ideen wie man die Situation ändern und verbessern könnte, aber gleichzeitig ist die Wahrscheinlichkeit, dass man selbst daran partizipieren könnte angesichts der üblichen Probleme bei solchen Veränderungen und der typischen Veränderungsrate doch ausreichend gering um getrost vernachlässigt zu werden. 

So werde ich dann wohl gezwungenermaßen Alternativen suchen müssen. Alternativen zum wissenschaftlichen Arbeiten, was mich momentan in meinem bescheidenen Rahmen ausfüllt und durchaus befriedigt. 

Um die vielen jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die ebenfalls dazu gezwungen sind und die eigentlich ihren Beitrag zum wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Fortschritt leisten wollten ist es wirklich schade finde ich.